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Narodowe Muzeum Morskie w Gdańsku

Aktuelle Sprache:

Niemiecki
Museumskomplex auf der Insel Ołowianka

Die Geschichte und der Charakter der Sammlung

Das Nationale Maritime Museum baute seinen Bestand von null auf, ohne dass es sich auf eine früher entstandene private oder öffentliche Sammlung stützen konnte. Besonderen Wert legte man von Anfang an auf das künstlerische Schaffen der polnischen Marinemaler. Man versuchte Bilder mit hohem künstlerischem Wert zu erwerben, die maritime Themen zeigten und das Schaffen polnischer und ausländischer Maler dokumentierten. Der Bestand des Nationalen Maritimen Museums umfasst Schöpfungen von zahlreichen hervorragenden Künstlern, die verschiedene Epochen und unterschiedliche künstlerischen Stile vertreten.

Die Sammlung polnischer Gemälde deckt einen Zeitraum vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ab. Zunächst befassten sich polnische Künstler mit maritimen Themen eher vereinzelt und zu den beliebten Hauptmotiven zählten Seestürme, Schiffbrüche und Mittelmeerlandschaften. Der Realismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lenkte das Interesse auf den Alltag. Es wurden Fischer dargestellt, die ihre Netze reinigten und trockneten, Fische sortierten und verkauften, auf Fischfang gingen oder nach Hause kehrten. Auf der Suche nach Inspiration fuhr man an die See und zwar besonders gerne in die Bretagne, die sich zu einem wahren Mekka für Künstler des Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte, seitdem Paul Gauguin nach Pont-Aven gezogen war. Als Beispiele dafür gelten die Gemälde "Hafen" von Aleksander Gierymski und "Bretonninen am Meer" von Władysław Wankie.

Das Interesse an maritimen Themen nahm um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert deutlich zu. Die damals schaffenden Künstler malten lieber Landschaften, als dass sie Erzählungen bebilderten. Farb- und Lichteffekte gewannen an Bedeutung. Es war wichtig, das Meerwasser in Bewegung, das momentane Wetter, die Tageszeit und die Jahreszeit zu erfassen. Die Erfahrungen, die die Impressionisten und Postimpressionisten machten, wirkten sich auf die neuartige Einstellung zur Landschaftsmalerei wesentlich aus und die Künstler der neuen Generation verließen ihr Atelier immer öfter, um in der Natur zu malen. Diejenigen, die sich zum Symbolismus bekannten, griffen zwar zu diesen auf die Form bezogenen Erfahrungen, aber auf der Inhaltsebene knüpften sie an die Romantik an, wobei sie Landschaftskompositionen schufen, in denen die Natur einen tieferen Sinn andeutende, symbolische Inhalte übermittelte. Zu den bedeutendsten polnischen Maler dieser Zeit, deren Werke sich im Bestand des Nationalen Maritimen Museum baute seinen Bestand von null auf, ohne dass es sich auf eine früher entstandene private oder öffentliche Sammlung stützen konnte. Besonderen Wert legte man von Anfang an auf das künstlerische Schaffen der polnischen Marinemaler. Man versuchte Bilder mit hohem künstlerischem Wert zu erwerben, die maritime Themen zeigten und das Schaffen polnischer und ausländischer Maler dokumentierten. Der Bestand des Nationales Maritimes Museums umfasst Schöpfungen von zahlreichen hervorragenden Künstlern, die verschiedene Epochen und unterschiedliche künstlerischen Stile vertretens befinden, zählen Ferdynand Ruszczyc und Michał Gorstkin Wywiórski. Das Museum besitzt eine der größten Sammlungen von Gemälden von Wywiórski in Polen. Sie enthält Meereslandschaftsbilder, die während der Aufenthalte des Künstlers in Holland und Norwegen entstanden. Ein einzigartiges Kunstwerk damaliger Zeit ist zweifellos "Eine Dame mit Meer im Hintergrund" von Jacek Malczewski, eins der vier zur Zeit bekannten Porträts von ihm, auf denen die porträtierte Person mit Meer im Hintergrund dargestellt wurde.

Die Zwischenkriegszeit wurde geprägt durch eine Reihe von starken Künstlerindividualitäten. Die Sammlung von Gemälden aus diesem Zeitraum umfasst Werke von zahlreichen bedeutenden Schöpfern. Das damalige Interesse der Künstler an maritimen Themen ist auf die Wiedergewinnung der Freiheit und des Zugangs zum Meer durch Polen zurückzuführen. Künstlermassen zogen an die Ostsee auf einer Welle der Begeisterung für die neu gewonnene Freiheit. Und das betraf Vertreter aller künstlerischen Strömungen und Bewegungen gleich. Einige der bekanntesten und einflussreichsten Maler waren Marian Mokwa, Antoni Suchanek, Henryk Szczygliński, Wojciech Weiss und Zofia Stryjeńska.

In der Zwischenkriegszeit waren es jedoch nicht nur Marinemaler, bei denen sich eine besondere Vorliebe für maritime Motive bildete. Die Wiedergewinnung der Freiheit und des Zugangs zum Meer durch Polen lenkte die Aufmerksamkeit des ganzen Künstlermilieus auf die Meereslandschaftsmalerei. Włodzimierz Nałęcz gründete in Lisi Jar ein Atelier, wo er Malkurse zum Thema maritime Landschaftsbilder anbot. Andere Maler wie z.B. Stefan Filipkiewicz verbrachten die Sommermonate gerne an der polnischen Seeküste, während sie endlose Reihen von Bildern mit Seeansichten malten. Reges Interesse der Schöpfer weckte der beeindruckend schnell wachsende Hafen von Gdynia. Michalina Krzyżanowska widmete ihm in den 30ern Jahren des 20. Jahrhunderts eine ganze Reihe von Gemälden. Zahlreiche Künstler wie z.B. Wojciech Weiss schlossen sich dem Kreis der Polnischen Marinemaler in der Polnischen Künstlergesellschaft an, der in den 30ern Jahren des 20. Jahrhunderts in Zusammenarbeit mit der Warschauer Zachęta-Galerie eine Reihe von Ausstellungen der Marinemalerei in der Hauptstadt Polens veranstaltete. Ähnliche Kunstaustellungen fanden auch in anderen polnischen Städten unter Beteiligung der Crème de la Crème der polnischen Kunstszene statt. Teil des Seebundes war die Sektion für Bildende Künste. In der Seegalerie von Marian Mokwa in Gdynia, an deren Namen die Schausammlung des Nationalen Maritimen Museums anknüpft, fanden regelmäßig Ausstellungen statt, die der Marinemalerei verschiedener Künstler gewidmet waren.

Die schöpferische Tätigkeit der polnischen Maler in der Zwischenkriegszeit war jedoch nicht nur auf die Thematik der Wiedergewinnung der Freiheit und des Zugangs zum Meer durch Polen beschränkt. Viele Künstler gingen nach wie vor ins Ausland, vor allem nach Frankreich und Italien, wo sie ihre Ausbildung zu ergänzen suchten, die neuesten Strömungen der Kunst kennenlernen wollten oder einfach auf der Suche nach Orten für ihre Pleinairmalerei waren. Manche im Ausland lebenden Künstler unterhielten dauerhaft Kontakte zu ihrer Heimat, dadurch dass sie in Polen ihre Werke ausstellten oder Mitglieder in Künstlerbunden waren. Ein gutes Beispiel dafür ist Jan Rubczak, der in den 30ern des 20. Jahrhunderts in die Heimat zurückkehrte, nachdem er fast zwanzig Jahre in Frankreich verbracht hatte, wo er ausgezeichnete Mittelmeerlandschaftsgemälde schuf.

Der Sitz des Nationalen Maritimen Museums befindet sich seit dessen Gründung auf dem Gelände des historischen Hafens von Danzig. Einen ganz besonderen Teil des Museumsbestandes machen deswegen die Werke der in Danzig agierenden Künstler aus, die ihre Heimatstadt und deren Hafen porträtierten. Darunter ist ein sich auszeichnender Künstler namens Wilhelm Stryowski zu nennen, der als verdienter Begründer des Museumswesens in Danzig, Denkmal-Liebhaber, Denkmal-Bewahrer und Sammler von Antiquitäten Beachtung fand. Stryowski malte Genreszenen aus dem Leben von Gemeinschaften, die in den Alltag der Danziger Bürger einen Hauch von Exotik brachten, wie Roma, Juden oder Weichselflößer. Die Flößer darstellenden Gemälde waren sehr begehrt und wurden gerne in den polnischen Illustrierten abgebildet.

Ein anderer bedeutender Danziger Künstler war Stanisław Chlebowski. Er malte Stadtansichten, vor allem von Paris und seiner Heimatstadt Danzig, Szenen aus dem Arbeitsalltag im Hafen, sowie Blumen und Stillleben, wobei er unter einem starken Einfluss des Impressionismus und des Post-Impressionismus stand.

Europäische Malerei
Die Sammlung umfasst u.a. eine interessante Auswahl von Seestücken der Künstler niederländischer Herkunft aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ein richtiges Schmuckstück ist das Gemälde von Wilhelm van de Velde dem Jüngeren "Schiffe im Hafen auf Reede". Das Schaffen solcher Maler wie Ludolf Bakhuysen oder die Familie Willaerts wird hier ebenfalls vertreten. Eine Auswahl von Marinemalerei der flämischen Meister derselben Epoche vervollständigt die Sammlung. Die Werke der um die Peeters-Brüder versammelten Kunstschaffenden heben sich deutlich hervor.

Der russische Marinemaler der Romantik Ivan Konstantinowitsch Aivazovsky ist unbestreitbar der bedeutendste europäische Künstler des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von allen, deren Schaffen hier präsentiert wird. Seine Landschaftsbilder zeichnen sich durch warme, helle Farbtöne aus, inspiriert durch die Landschaften aus seiner Heimat, dem Krim an der Küste des Schwarzen Meeres. Bereits zu seinen Lebzeiten hoch geschätzt, genießt er noch heute ungebrochene Popularität bei den Besuchenden in europäischen Museen. Ein wesentlicher Teil des Bestands des Polnischen Schifffahrtsmuseum sind Gemälde von Künstlern aus den an Ost- und Nordsee gelegenen Ländern, die klassische Meereslandschaften, Hafenansichten, dramatische Seestürme und Szenen aus dem Alltagsleben in den See- und Fischerhäfen darstellen.

Das Nationale Maritime Museum baute auch eine einzigartige Sammlung von Kunstwerken auf, die mit dem Brauchtum der Seeleute eng verbunden sind. Gemeint sind hier die Kapitänsbilder. Gegenstand eines Kapitänsbildes ist die dekorative Darstellung eines Schiffes, das meist unter vollen Segeln fährt. Das Nationale Maritime Museum beherbergt die größte Sammlung von Kunstwerken dieser Bildgattung in Polen, die aus einem wesentlichen Zeitraum in der Geschichte der Schifffahrt stammen und die dieser Thematik gewidmete künstlerische Tätigkeit dokumentieren. Die Sammlung wird nicht ohne Schwierigkeiten aufgebaut, denn Gemälde mit maritimem Inhalt nur selten im antiquarischen Handel hierzulande erhältlich sind. Sie umfasst Seestücke, die allerlei Schiffe aus den an Ost- und Nordsee gelegenen Ländern darstellen, darunter Schiffe, deren Heimathaffen Danzig war.

Die thematische Ausrichtung des Nationalen Maritimen Museums ist entscheidend für die Auswahl der erworbenen und der zu erwerbenden Kunstwerke in Anbetracht deren Inhalt und Symbolik. Der Museumsbestand umfasst ein breites Spektrum von traditionellen Seestücken sowie Genreszenen aus dem Fischerleben. Die meisten Motive dieser Art tauchten in der Marinemalerei seit dem 17. Jahrhundert immer wieder auf.

Unter den im Polnischen Schifffahrtsmuseum gesammelten Gemälden befinden sich nur einige Darstellungen zu biblischen Themen z.B. Einzug der Tiere in die Arche Noah oder Landschaft mit Jonas. Als eigenständiges Motiv wurde der Hafenbrand, vor allem bei Nacht, dargestellt, der sich ideal dazu eignete, die technische Gewandtheit der Künstler zu demonstrieren, als sie die nur vom Feuer erleuchteten Schiffe und Hafengebäude malten. Nachtstücke gaben den Künstlern ebenfalls die Gelegenheit ihr Können zu beweisen. Die im Bestand des Nationalen Maritimen Museums enthaltenen Nachtbilder von Häfen und Leuchttürmen beeindrucken mit malerischen Mondlichtreflexen auf Wasser und der raffinierten, fast monochromatischen Farbpalette.

Die Malerei des 19. Jahrhunderts wurde durch die hier genannten und besprochenen Motive und Themen weiter geprägt. Aus dieser Epoche stammen u.a. realistische Darstellungen von Leuchttürmen oder Navigationszeichen. Ganz interessant ist ein kleines in England entstandenes Gemälde, das eine Szene zeigt, in der Schmuggler einem sich der Küste nähernden Schiff Signale zeigen. Der Bestand des Nationalen Maritimen Museums umfasst ebenfalls Kunstwerke, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Einfluss von Impressionisten aus Interesse an realistisch und ohne Staffage gefassten Landschaften entstanden. Den Künstlern ging dabei darum, die Eigenschaften des Lichtes und der Landschaft wieder zu geben. Landschaftsstudien wurden im 20. Jahrhundert im Geiste zeitgenössischer künstlerischen Stile und Trends fortgesetzt. Bald wurden auch neue Themen wie Freizeit, Erholung und Urlaub am Wasser behandelt und in Form von Strandansichten und Gemälden von Yachthafen gezeigt.

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